Warum ein Wetzlarer Beschluss dem Brückenmarkt geholfen hat
Der Dutenhofener Brückenmarkt zieht Tausende an und zeigt, wie Gemeinschaftsgeist das Dorfleben belebt. Ein Schritt des Wetzlarer Magistrats sorgt derweil für Schmunzeln.
Wetzlar-Dutenhofen. Mehrere Tausend Besucher haben am 1. Mai den Dutenhofener Brückenmarkt zum Bummeln, Informieren und Kaufen genutzt. Rund 80 Stände waren wie an einer Perlenschnur auf der 1200 Meter langen Strecke zwischen Bahnhof und Globus-Markt auf der Wellergasse und Bahnhofstraße aneinandergereiht.
Viele Ortsvereine bringen sich beim Dutenhofener Brückenmarkt ein
Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) lobte das Miteinander der Dutenhofener Bürger, die sich in der Interessengemeinschaft Dutenhofen (IGD) zusammengeschlossen haben. Mit dem Jahresempfang und dem Brückenmarkt sorgten sie für ein besonderes Gepräge des Wetzlarer Stadtteils. Der IGD gelinge es auch, die jüngere Generation fürs Dorfleben zu begeistern. „Das ist es, was Heimat ausmacht“, sagte Wagner. Er hatte auch etwas zum Schmunzeln mitgebracht. Zum einen übergab er einen Scheck an die IGD. Zum anderen sagte er, der Magistrat habe am Montag beschlossen, dass es am 1. Mai schönes Wetter werden solle. Das sei dann auch so eingetroffen.
IGD-Vorsitzender Bernd Rafalzik, der den Verein von Anfang an leitet, berichtete, dass 1995 das 100-jährige Bestehen der Lahnbrücke gefeiert wurde. Ein Jahr später wurde die IGD gegründet mit dem Ziel, den Brückenmarkt auszurichten. Den ersten Brückenmarkt gab es 1997. Alle zwei Jahre lädt die Vereinsgemeinschaft nun zu dem weit über die Region hinaus ausstrahlenden Markt ein. Nur in der Corona-Zeit musste er einmal ausfallen.
Ortsvorsteher Andreas Altenheimer (CDU) freute sich, dass sich wieder viele Ortsvereine präsentieren und auch etwas Geld in die Vereinskasse einnehmen können. Mit den Worten „Los geht’s“ eröffnete der Ortsvorsteher die 15. Brückenmarkt-Auflage.
Der Männergesangverein bot wie in den Vorjahren Erbsensuppe mit Würstchen an. Der Obst- und Gartenbauverein verkaufte Pflanzen. Die Burschenschaft sorgte mit Musik von einem Lkw für Stimmung und verkaufte Getränke. Die HSG und der Hundesportverein sorgten ebenfalls für Essen und Trinken. Die Mundartgruppe „oafach so“ („Einfach so“) bot Musik auf Platt. Die Landfrauen gingen mit ihren Trachten durch die Straßen und verkauften Lose für eine Tombola, bei der es 450 Gewinne gab. Der Hauptpreis war eine einwöchige Reise für zwei Personen. Die beiden Bundestagsabgeordneten Dagmar Schmidt (SPD) und Johannes Volkmann (CDU) steuerten Fahrten nach Berlin bei. Am Glücksrad vom A & M-Veranstaltungsservice konnten ebenfalls Preise gewonnen werden. Der Erlös der Aktion fließt in die Kasse der Freiwilligen Feuerwehr.
„Wir helfen Afrika“ beim Brückenmarkt in Dutenhofen
Stefan Henrich war mit einem Stand des Vereins „Wir helfen Afrika“ vertreten. Seit 1990 unterstützt das Projekt Menschen in Kenia. Henrich sagte, er selbst fahre immer wieder nach Afrika. Dabei nimmt er Koffer voller gebrauchter Brillen mit. Auf der Rückreise sind die Koffer mit Schnitzereien bepackt, die in Deutschland verkauft werden. Der Erlös kommt wiederum den Menschen in Kenia zugute.
Bereits zum Start am Morgen spielten die Jagdhornbläser des Jagdvereins Kreis Wetzlar auf, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Ein Thema hat die IGD bereits im Vorfeld beschäftigt: Im Gespräch mit dem Ordnungsamt wurden Maßnahmen zur Sicherheit abgestimmt. Die IGD-Mitglieder versperrten mit ihrem eigenen Fuhrpark sechs Straßen auf der Strecke.
Text und Fotos: Lothar Rühl
Bericht aus der Wetzlarer Neuen Zeitung








