Starker Vertreter der Interessen Dutenhofens
Die Interessensgemeinschaft Dutenhofen hat bei ihrem Neujahrsempfang auf ihr 30-jähriges Wirken für den Wetzlarer Stadtteil und aktuelle Herausforderungen geblickt.
In der Werkshalle der Firma Neeb treffen sich 200 Besucher zum Neujahrsempfang.
Wetzlar-Dutenhofen. Die Interessengemeinschaft Dutenhofen (IGD) hat bei ihrem Neujahrsempfang auf ihr 30-jähriges Bestehen zurückgeblickt. Es war im Jahr 1995, als der Wetzlarer Stadtteil den ersten Brückenmarkt ausrichtete, um die Dutenhofener Lahnbrücke anlässlich ihres 100. Geburtstages zu feiern. Um die Tradition dieses Marktes fortzuführen, wurde 1996 die IGD gegründet.
Mitglieder sind Vereine, Firmen und Privatpersonen. Ziel ist die Förderung der örtlichen Gemeinschaft und die Interessenvertretung des Stadtteils. Von Anfang an ist Bernd Rafalzik einer der Gründer und seitdem auch Vorsitzender. Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) lobte das Engagement des Vereins. Zugleich dankte er Rafalzik, der die Interessengemeinschaft „an vorderster Stelle mitgestaltet hat“. Der Verein sei ein Zeichen von bürgerschaftlichem Engagement. Dazu überreichte er gemeinsam mit der stellvertretenden IGD-Vorsitzenden Ines Rüffer ein Geschenk an Rafalzik.
„Am 15. März stehen wieder Wahlen an. Ich habe kein Verständnis, wenn immer mehr Menschen ihr Kreuz machen für eine Partei, die sich gegen diese Spielregeln stellt“, sagte Rafalzik zur Eröffnung. „Also, liebe Bürgerinnen und Bürger, es genügt, das Kreuz ohne Haken zu machen“, griff er einen Ausspruch von Wagner auf.
Auch der Oberbürgermeister ging in seinem Grußwort auf die Alternative für Deutschland (AfD) ein. Diese Partei wolle „die Abkehr von der Freizügigkeit für Arbeitnehmer, Güter, Dienstleistungen, den Ausstieg aus dem Euro, heute Anwanzen an Putin und morgen an Trump“. Wagner ging aber auch auf die kommunalen Herausforderungen ein, angesichts der finanzwirtschaftlichen Situation. „Vereinsförderung bleibt für Kultur, Soziales und Sport“, versprach der OB. Für Dutenhofen seien die ersten Mittel zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses und für ein neues Löschfahrzeug bereitgestellt.
Ortsvorsteher fordert Tempo 30 in Dutenhofen
Ortsvorsteher Andreas Altenheimer (CDU) wies auf die hohe Verkehrsbelastung durch drei Verkehrsachsen hin. „Auch unsere Anwohner im zentralen Ortskern sind es wert, die Lärmbelastung auch in der Nachtzeit zu reduzieren.“ Dabei forderte er Tempo 30 und Ampelregelungen.
Der Neujahrsempfang fand in der Werkshalle der Firma Neeb Garagentore und Türen statt. Das Unternehmen, so erläuterte es Geschäftsführer Sascha Heill, gehört seit 2024 zum Familienunternehmen Krapp (Dinklage/Niedersachsen) mit 32 Niederlassungen in ganz Deutschland. Der Firmenname „Neeb“ solle weiter bestehen bleiben, erklärte Heill. Das Unternehmen in Dutenhofen mit 44 Mitarbeitern wolle Marktführer in der Metropolregion Lahn-Dill-Siegerland sein.

Als Referenten des Empfangs konnte Rafalzik Sparkassen-Vorstand Stefan Rink begrüßen, der seit 2014 der Leitung des Unternehmens angehört und das Privatkundengeschäft verantwortet. Rink sprach über die geplante Einführung des digitalen Euros als zukünftiges Bezahlsystem. Die Politik reagiere mit dem digitalen Euro auf die amerikanischen Bezahlsysteme. Europa wolle auch im Finanzbereich weniger abhängig von den USA werden. Derzeit würden 60 Prozent der Transaktionen durch amerikanische Unternehmen durchgeführt. Die Finanzwirtschaft aber sehe den digitalen Euro kritisch. Die bisher bereits eingeführten digitalen Systeme reichten aus. Es brauche den digitalen Euro nicht. Im Übrigen würden die Kosten für die Einführung des neuen Zahlungssystems auf 18 bis 30 Milliarden geschätzt, die letztlich die Kunden zahlen müssten.
Text und Bilder: Lothar Rühl
Bericht aus der Wetzlarer Neuen Zeitung vom 05.02.2026

